Systematische Schausammlung

Der zweite Saal des Museums präsentiert die schönsten und wissenschaftlich interessantesten Stücke aus den umfangreichen Sammlungen des Museums. Die Fossilien sind dabei nach ihrer Systematik, also ihren verwandtschaftlichen Beziehungen, geordnet, weswegen der Saal traditionell als „Systematische Schausammlung“ bezeichnet wird. Er ist damit einer von nur wenigen erhaltenen Ausstellungsälen dieser Art in Deutschland und öffnet nicht nur ein Fenster in die Erdgeschichte, sondern auch in die Frühzeit der paläontologischen Forschung und Lehre.

Wenn Sie einen genaueren Blick auf die Schubladenschränke unter den Vitrinen werfen, können Sie sehen, dass dort ein Teil der wissenschaftlichen Sammlungen des Museums lagert. Dieser sogenannte „Kabinettstil“, d.h. die gemeinsame Aufbewahrung von Sammlung und ausgestellten Fossilien in einem Saal, galt schon zum Zeitpunkt der Einrichtung des Museums als altmodisch, wurde doch bereits um 1870 die Trennung von wissenschaftlicher Sammlung und Schausammlung propagiert. Der Saal spiegelt damit also die Gründungsepoche des Museums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wider.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Systematische Schausammlung im Goldfuß Museum © Manuel Kunz

Die Schausammlung richtet sich an ...

Die Ausstellung soll die enorme Vielfalt des Lebens und die Entwicklung von einfachsten Mikroorganismen hin zu hochkomplexen Pflanzen und Tieren einschließlich uns Menschen zeigen und damit auch die Faszination für die paläontologische Forschung wecken. Viele der ausgestellten Fossilien stammen aus dem Rheinland und angrenzenden Regionen und zeigen damit, dass Zeugnisse des vergangenen Lebens auch in unserer Nähe zu finden sind.

Das Studium von Fossilien aus vielen verschiedenen Gruppen, verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Erhaltungszuständen ist für ein Verständnis der paläontologischen Zusammenhänge unerlässlich. Die Vitrinen enthalten im Sinne der Beibehaltung des historischen Stils zwar sehr viele Stücke, aber keinerlei erklärende Texte – der damalige Wissensstand hätte das auch gar nicht immer hergegeben. Stattdessen finden sich erklärende Texte in den Auszügen direkt unterhalb der Flachvitrinen. Die Paläontologie ist eine lebendige Wissenschaft – daher ändern neue Erkenntnisse kontinuierlich unser Verständnis der Taxonomie und führen zu neuen Gattungs- und Artbezeichnungen einzelner Fossilien und zu neuen Hypothesen bezüglich ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen. Die Infotexte und der Großteil der Etiketten stammen aus dem Jahr 2021 und spiegeln den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stand der Forschung wider.

Die hier ausgestellten Fossilien können Ihnen bei der Bestimmung Ihrer eigenen Fossilien helfen. Als wissenschaftliches Forschungsinstitut ist uns die Zusammenarbeit mit Sammler*innen sehr wichtig – in den letzten Jahrzehnten ist unsere Sammlung durch zahlreiche Spenden und Nachlässe von Privatpersonen bereichert worden und viele dieser Stücke werden für wissenschaftliche Publikationen oder für die Ausstellung hier im Museum verwendet.


Kontakt

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Dr. Georg Heumann

Sammlungsverwaltung

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